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Von links nach rechts: Haenni Michelle, Tanja Klopfstein (Leiterin), Mirjam Bieri, Livia Spahni

Porträt

 

Die Koordinationsstelle Berner Modell setzt die Vorgaben des Kantons um und übernimmt im Pilotprojekt «Berner Modell» verschiedene Aufgaben. Sie unterstützt insbesondere die Institutionen und Menschen mit Behinderungen, welche am Pilotprojekt teilnehmen. Auch übernimmt sie die Abrechnungskontrolle und die Weiterentwicklung der Abrechnungsprogramme.

Tanja Klopfstein hat seit Anfang 2017 die fachliche Verantwortung für die Koordinationsstelle Berner Modell. Sie weiss, wo die Knackpunkte liegen und beantwortet uns folgende Fragen:

Welche Herausforderungen treffen Sie bei der Arbeit an?

Menschen mit Behinderungen sollen ihr Leben möglichst selbst gestalten können und deshalb auch bestimmen, wo sie ihre Leistungen beziehen. Sie müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen und (mindestens zu Beginn) auch mit mehr Aufwand rechnen.

Unser Ziel ist es, Verständnis für die komplexen Abrechnungen zu vermitteln. Wir zeigen die nächsten Schritte auf, welche gemacht werden müssen. Der Klärungsbedarf ist gross und nicht alle Schritte sind sogleich nachvollziehbar. Oft ist nicht klar, welche Leistungen im Rahmen des Berner Modells übernommen werden.

Machen Sie uns ein Beispiel?

Wenn privatwohnende Menschen mit Behinderungen, Ergänzungsleistungen (EL) beziehen, haben sie zum Teil auch Anspruch auf EL Behinderungs-/und Krankheitskosten. Sie müssen diesen Anspruch jedoch auch geltend machen.

Was heisst das genau?

Aufgrund der Teilnahme im Pilotprojekt „Berner Modell“ stellen einige privatwohnende Menschen mit Behinderungen neu Assistenzpersonen an und werden damit zu Arbeitgebern. Dadurch entsteht ein neuer Anspruch auf EL Behinderungs-/Krankheitskosten, das heisst bei der Ausgleichskasse muss abgeklärt werden, ob und in welchem Umfang von der Ausgleichskasse Beiträge an die Löhne der Assistenzpersonen übernommen werden. Nur die von der Ausgleichskasse (sowie vom IV-Assistenzbeitrag) nicht finanzierten Löhne werden innerhalb des individuellen Kostendachs übers Pilotprojekt „Berner Modell“ finanziert.

Was genau finanziert das Berner Modell?

Beim Berner Modell können personelle behinderungsbedingte Unterstützungsleistungen wie beispielsweise Assistenz oder Betreuung abgerechnet werden. Dabei wird im Pilotprojekt für jeden Menschen mit Behinderung ein individuelles Kostendach berechnet.

Unterstützungsleistungen, die bereits durch eine andere Stelle übernommen werden, müssen deklariert werden. Das Berner Modell zahlt subsidiär, das heisst nur ergänzend dann, wenn andere Kassen nicht zahlen müssen.

Ihr seid die Anlaufstelle für Fragen der Pilotteilnehmerinnen und Pilotteilnehmer. Welche Fragen beantwortet Ihr am häufigsten?

Die meisten Fragen betreffen die Abrechnung und die Bedienung der Abrechnungsinstrumente. Weil immer mehr Menschen mit Behinderungen Arbeitgeber werden, indem sie Assistenzpersonen anstellen, beantworten wir auch arbeitsrechtliche Fragen. Wir erklären die entsprechenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Wir bieten sozusagen Starthilfe und wir helfen auch bei der Budgetplanung.

Was motiviert dich und dein Team?

Wir bekommen immer wieder positive Feedbacks zu unserer Arbeit und zu unserem Fachwissen, was uns sehr freut. Uns motiviert es, wenn wir den Teilnehmenden Hilfestellung bieten und die nächsten Schritte aufzeigen können. Dabei ist uns wichtig, kompetent zu sein und im Zweifelsfall zuerst Abklärungen zu treffen, bevor wir eine Auskunft erteilen. Jedes Telefonat, das wir mit einem zufriedenen Gegenüber beenden können, ist für uns ein Erfolg.