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Leistungen für Menschen mit Behinderungen

Das neue Behindertenleistungsgesetz (BLG)

Das Behindertenleistungsgesetz (BLG) wird voraussichtlich ab 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Ziele und Änderung der Finanzierung

Der Kanton Bern will erwachsene Menschen mit Behinderungen bei der selbstbestimmten Lebensgestaltung unterstützen und ihnen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teil zu haben. Diese Ziele sind im kantonalen Behindertenkonzept festgehalten und sollen nun mit dem neuen Behindertenleistungsgesetz umgesetzt werden. Es umfasst die Umstellung des behindertenbedingten Betreuungsbedarfs von der heutigen Pauschalabgeltung von Institutionen hin zur Finanzierung des individuellen Betreuungsbedarfs von Menschen mit Behinderungen.

Wahlmöglichkeit der Wohnform

Das neue Gesetz erweitert die Wahlmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen bei der Wohnform. Die Finanzierung von Betreuungs- und Unterstützungsleistungen auch ausserhalb von Institutionen ermöglicht das private Wohnen für einen erweiterten Personenkreis. Das Wohnen in den eigenen vier Wänden mit Hilfe von ambulanten Assistenz- und Dienstleistungen ist ein wichtiger Schritt der Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen.

Entschädigung für Angehörige

Angehörige oder das nahe Umfeld von Menschen mit Behinderungen leisten bei der Betreuung oftmals umfassende Dienste. Die Entschädigung dieser Leistungen wurde aus dem Pilotversuch «Berner Modell» in das neue Gesetz übernommen. Damit übernimmt der Kanton Bern eine Vorreiterrolle bei der Finanzierung dieser wertvollen Arbeit.

Individueller Hilfeplan (IHP) als Abklärungsinstrument

Zur Ermittlung des gesamten behinderungsbedingten Betreuungsbedarfs wird neu die Abklärungsmethode des «Individuellen Hilfeplans» (IHP) zum Einsatz kommen. Der IHP wird seit über zehn Jahren in verschiedenen deutschen Bundesländern und Kantonen der Schweiz erfolgreich eingesetzt. Er ermittelt den Betreuungsbedarf unter Berücksichtigung der medizinischen Diagnosen sowie der funktionalen Beschreibungen und beurteilt den Menschen mit Behinderungen in der Wechselwirkung zu seiner Umwelt. Der IHP erhebt dialogisch den Unterstützungsbedarf eines Menschen mit Behinderungen und zwar als handelndes, selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft. Mit dem Einsatz des IHP können innerhalb der Kantone Synergien bei der Entwicklung und Anwendung des Abklärungsinstrumentes gewonnen werden. Die Resultate der Abklärungen sind besser vergleichbar und erlauben sowohl Vergleiche untereinander wie auch mit anderen Nutzern über die Landesgrenzen hinaus.